Praktische Tipps zum Energiesparen und zum Schutz gemeinschaftlicher Waschküchen
Erfahren Sie, wie Bewohner, Vermieter und Immobilienverwalter den Energieverbrauch senken, Schäden verhindern und gemeinschaftliche Waschküchen zuverlässig und sicher halten können.
Gemeinschaftliche Waschküchen sind praktisch, doch Waschmaschinen, Wäschetrockner und Lüftungssysteme können bei ineffizienter Nutzung viel Energie verbrauchen. Gute Gewohnheiten und regelmässige Wartung helfen, Betriebskosten zu senken, Geräte zu schützen und vermeidbare Gebäudeschäden zu verhindern.
Diese praktischen Empfehlungen eignen sich für Mehrfamilienhäuser, Stockwerkeigentum und andere gemeinschaftlich genutzte Wohnanlagen in der Schweiz. Befolgen Sie stets die Anweisungen des Geräteherstellers und wenden Sie sich für Arbeiten an Elektro-, Sanitär- oder Lüftungsanlagen an eine qualifizierte Fachperson.
Das richtige Programm und die richtige Temperatur wählen
Waschen bei niedrigeren Temperaturen benötigt in der Regel weniger Energie, insbesondere weil das Erwärmen des Wassers zu den energieintensivsten Teilen eines Waschgangs gehört. Wählen Sie bei normal verschmutzter Wäsche, sofern geeignet, ein Eco- oder Niedertemperaturprogramm. Höhere Temperaturen sollten nur verwendet werden, wenn dies aufgrund des Gewebes, aus hygienischen Gründen oder gemäss den Pflegehinweisen des Herstellers erforderlich ist.
Wählen Sie kein längeres, heisseres oder intensiveres Programm als nötig. Moderne Eco-Programme können länger dauern, sind aber darauf ausgelegt, insgesamt weniger Wasser und Energie zu verbrauchen.
Volle und ausgewogene Beladungen verwenden
Nutzen Sie die empfohlene Kapazität der Maschine, ohne sie zu überladen. Unzureichend beladene Maschinen verschwenden pro Wäschestück Energie und Wasser, während überladene Maschinen schlecht reinigen, übermässig vibrieren oder vorzeitig verschleissen können. Verteilen Sie die Wäsche gleichmässig, insbesondere beim Waschen schwerer Wäschestücke wie Handtüchern oder Bettwäsche.
Vermeiden Sie es in einer gemeinschaftlichen Anlage, einen Waschgang nur für wenige Wäschestücke zu starten, ausser die Wäsche ist dringend oder die Geräteanleitung verlangt dies. Wenn mehrere Bewohner den Raum nutzen, kann auch eine gute Absprache über Spitzenzeiten unnötige Wiederholungszyklen reduzieren.
Den Verbrauch des Wäschetrockners senken
Wäschetrockner verbrauchen häufig mehr Energie als Waschmaschinen. Schleudern Sie die Wäsche vor dem Trocknen mit der höchsten für das Gewebe geeigneten Drehzahl. Wenn im Waschgang mehr Wasser entfernt wird, verkürzt sich die Trockenzeit.
Reinigen Sie das Flusensieb nach jeder Nutzung oder gemäss den Angaben des Herstellers. Ein verstopftes Sieb behindert den Luftstrom, erhöht den Energieverbrauch und kann eine Brandgefahr darstellen. Trocknen Sie keine Wäschestücke, die nicht für den Wäschetrockner geeignet sind, und decken Sie Lüftungsöffnungen niemals ab.
Wenn möglich, trocknen Sie geeignete Wäsche an zugelassenen Wäscheständern oder Leinen an der Luft. Sorgen Sie dafür, dass gemeinschaftliche Trockenbereiche ausreichend belüftet sind, um Kondensation und Schimmelbildung zu begrenzen.
Filter, Dichtungen und Waschmittelfächer sauber halten
Rückstände, Flusen und Waschmittelablagerungen verringern die Effizienz und können Gerüche oder Verstopfungen verursachen. Reinigen Sie Türdichtungen und Waschmittelfächer regelmässig. Kontrollieren Sie den Filter der Waschmaschine gemäss den Anweisungen des Herstellers und stellen Sie einen geeigneten Behälter oder ein Tuch darunter, falls Restwasser austreten kann.
Führen Sie nur Reinigungsarbeiten durch, die in der Bedienungsanleitung eindeutig beschrieben sind. Entfernen Sie keine elektrischen Abdeckungen und versuchen Sie nicht, auf interne Bauteile zuzugreifen.
Waschmittel sorgfältig dosieren
Dosieren Sie das Waschmittel entsprechend der Wasserhärte, der Beladungsmenge und dem Verschmutzungsgrad. Zu viel Waschmittel macht die Wäsche nicht sauberer; es kann Rückstände hinterlassen, übermässige Schaumbildung verursachen und die Maschine stärker beanspruchen. In der Schweiz sind Informationen zur örtlichen Wasserhärte möglicherweise bei der Gemeinde oder dem Wasserversorger erhältlich.
Mischen Sie niemals Reinigungsmittel und bewahren Sie Waschmittel, Entkalker und andere Chemikalien in ihren Originalbehältern, ausserhalb der Reichweite von Kindern und getrennt von unverträglichen Stoffen auf.
Vor Lecks und Wasserschäden schützen
Überprüfen Sie sichtbare Schläuche und Anschlüsse auf Risse, Ausbeulungen, Korrosion oder Feuchtigkeit. Kontrollieren Sie, ob das Gerät stabil steht und Türen sowie Dichtungen richtig schliessen. Melden Sie Lecks unverzüglich der Hausverwaltung, dem Vermieter oder dem zuständigen Dienstleister.
Ziehen Sie Wasseranschlüsse nicht nach, ersetzen oder verändern Sie sie nicht, sofern Sie dafür nicht qualifiziert und befugt sind. Wenn in der Nähe elektrischer Geräte Wasser austritt, berühren Sie weder das Gerät noch den Stecker. Halten Sie sich vom Bereich fern und veranlassen Sie dringend professionelle Hilfe. Wenn dies gefahrlos möglich ist, ohne ins Wasser zu treten oder nasse Geräte zu berühren, kann die verantwortliche Person die Wasser- und Stromzufuhr gemäss den Notfallverfahren des Gebäudes abschalten.
Die Elektroinstallation schützen
Schliessen Sie Geräte nur an geeignete, fachgerecht installierte Steckdosen an. Verwenden Sie für Waschmaschinen oder Wäschetrockner keine Verlängerungskabel, Mehrfachadapter oder provisorischen Anschlüsse, ausser eine qualifizierte Fachperson hat ausdrücklich bestätigt, dass die Lösung sicher und zulässig ist.
Halten Sie Stecker, Steckdosen und Bedienfelder trocken. Betreiben Sie niemals ein Gerät mit beschädigtem Kabel, lockerem Stecker, Brandspur, ungewöhnlichem Geruch oder wiederholt auslösendem Leitungsschutzschalter. Stellen Sie die Nutzung ein, warnen Sie andere Bewohner und melden Sie das Problem der Immobilienverwaltung oder einer qualifizierten Elektrofachperson.
Elektrische Schutzeinrichtungen wie Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen dürfen bei einem anhaltenden Fehler weder überbrückt noch wiederholt zurückgesetzt werden. Wiederholtes Auslösen zeigt an, dass die Installation oder das Gerät fachmännisch überprüft werden muss.
Für gute Belüftung sorgen
Wäschetrockner und Waschküchen benötigen eine ausreichende Luftzirkulation. Halten Sie Lüftungsgitter frei und blockieren Sie Türen oder Lüftungsöffnungen nicht, ausser das Lüftungssystem des Gebäudes verlangt ausdrücklich, dass sie geschlossen bleiben. Übermässige Feuchtigkeit kann Wände, Oberflächen und Geräte beschädigen, während eine schlechte Luftzirkulation die Trockenzeit verlängern kann.
Melden Sie anhaltende Kondensation, Schimmel, ungewöhnliche Wärme oder unzureichende Absaugung. Lüftungssysteme und fest installierte elektrische Geräte müssen von qualifizierten Fachpersonen kontrolliert und gewartet werden.
Einfache Regeln für die gemeinschaftliche Waschküche einführen
- Entnehmen Sie die Wäsche nach Programmende zeitnah, damit andere Bewohner die Maschinen nicht unnötig erneut starten.
- Halten Sie die Böden trocken und beseitigen Sie verschüttete Flüssigkeiten sofort, ohne elektrische Geräte zu berühren.
- Stellen Sie keine schweren Gegenstände auf Geräte und versperren Sie nicht den Zugang zu Notabschaltungen.
- Befolgen Sie die ausgehängten Anweisungen zur Reservierung, Reinigung und Meldung von Störungen.
- Notieren Sie wiederkehrende Störungen, Lecks oder ungewöhnliche Geräusche, anstatt das Gerät weiter zu benutzen.
Wann eine Fachperson gerufen werden sollte
Beauftragen Sie bei elektrischen Störungen, beschädigten Kabeln, wiederholtem Auslösen des Leitungsschutzschalters, anhaltenden Lecks, ungewöhnlichem Brandgeruch, Überhitzung, strukturellen Vibrationen oder bei der Geräteinstallation eine qualifizierte Fachperson. Eine Fachperson kann im Rahmen eines geplanten Wartungsbesuchs auch den Energieverbrauch, die Lüftung, Wasseranschlüsse und Schutzeinrichtungen beurteilen.
Energieeinsparungen dürfen niemals auf Kosten der Sicherheit gehen. Durch effiziente Programme, die Wartung von Filtern und Dichtungen, eine gute Belüftung des Raums und die schnelle Meldung von Störungen können Bewohner und Immobilienverwalter Kosten senken und gleichzeitig die gemeinschaftliche Waschküchenanlage für alle schützen.


