Praktische Möglichkeiten zum Energiesparen und zum Schutz von Gebäudesystemen
Ein praktischer Leitfaden für Immobilienverwalter in der Schweiz, um den Energieverbrauch zu senken, Schäden zu verhindern und den sicheren sowie effizienten Betrieb von Wohngebäuden zu gewährleisten.
Für Immobilienverwalter geht es bei Energieeffizienz nicht nur darum, Nebenkosten zu senken. Gut gewartete Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen fallen seltener aus, verursachen weniger Schäden und beeinträchtigen den Alltag der Bewohner weniger. Ein strukturierter Ansatz kann dazu beitragen, die Immobilie zu schützen, den Komfort zu erhöhen und die Betriebskosten zu kontrollieren.
Mit einer energetischen Gebäudeanalyse beginnen
Bevor Sie in neue Anlagen investieren, prüfen Sie, wie das Gebäude derzeit Energie verbraucht. Vergleichen Sie den Strom-, Heizungs- und Warmwasserverbrauch mit den Vorjahren und berücksichtigen Sie dabei Belegung und Wetterbedingungen. Plötzliche Anstiege können auf eine fehlerhafte Steuerung, ein Wasserleck, eine schlechte Dämmung oder ein Gerät hindeuten, das ausserhalb seines normalen Zeitplans läuft.
Bei grösseren Liegenschaften kann eine Energieanalyse durch eine qualifizierte Fachperson sinnvoll sein. Sie kann die kosteneffizientesten Verbesserungen aufzeigen und helfen, Arbeiten nach Dringlichkeit, erwarteten Einsparungen und verfügbaren Budgets zu priorisieren.
Heizungs- und Warmwassersysteme optimieren
Die Heizung gehört in einem Wohngebäude häufig zu den grössten Energiekosten. Stellen Sie sicher, dass Heizzeiten und Temperatureinstellungen der tatsächlichen Belegung entsprechen. Gemeinschaftsbereiche wie Korridore, Abstellräume und Treppenhäuser benötigen möglicherweise nicht dieselbe Temperatur wie bewohnte Wohnungen.
- Planen Sie die regelmässige Wartung von Heizkesseln, Wärmepumpen und Umwälzpumpen.
- Prüfen Sie, ob Thermostatventile und Raumregler korrekt funktionieren.
- Kontrollieren Sie Heizkörper und Rohrleitungen auf kalte Stellen, ungewöhnliche Geräusche oder Anzeichen von Lecks.
- Stellen Sie sicher, dass Steuerungen und Sensoren der Heizungsanlage richtig konfiguriert sind.
- Dämmen Sie zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen, sofern dies sinnvoll ist.
Auch Warmwassersysteme müssen sorgfältig betrieben werden. Die Temperaturen sind gemäss den geltenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen zu kontrollieren, einschliesslich Massnahmen zur Verringerung des Legionellenrisikos. Ändern Sie Speicher- oder Desinfektionstemperaturen nicht ohne den Rat einer qualifizierten Fachperson für Heizungs- oder Wassersysteme.
Stromverbrauch in Gemeinschaftsbereichen senken
Die Beleuchtung in Eingängen, Treppenhäusern, Garagen und Gemeinschaftsräumen kann erheblich zum Energieverbrauch beitragen, wenn sie unnötig eingeschaltet bleibt. Immobilienverwalter können prüfen, ob LED-Beleuchtung, Präsenzmelder, Zeitschaltuhren oder tageslichtabhängige Steuerungen für die jeweiligen Bereiche geeignet sind.
Änderungen an der Beleuchtung müssen unter Berücksichtigung der Sicherheit geplant werden. Notbeleuchtung, Fluchtwege und die erforderliche Beleuchtungsstärke müssen den geltenden Vorschriften entsprechen. Arbeiten an festen elektrischen Installationen dürfen nur durch eine autorisierte Elektrofachperson ausgeführt werden. Bewohner und Mitarbeitende der Liegenschaft dürfen niemals Abdeckungen entfernen, Leitungen verändern oder Reparaturen an elektrischen Geräten versuchen.
Installationen vor Lecks und Wasserschäden schützen
Kleine Lecks können sich zu umfangreichen Schäden entwickeln, wenn sie nicht frühzeitig erkannt werden. Integrieren Sie Sichtkontrollen von Technikräumen, Kellern, Zählerschränken, Küchen in Gemeinschaftsbereichen und zugänglichen Installationsräumen in die Wartungsroutine der Liegenschaft.
Achten Sie auf feuchte Stellen, Korrosion, Schimmel, ungewöhnliche Gerüche, tropfende Ventile oder unerklärliche Anstiege des Wasserverbrauchs. Geräte zur Wasserüberwachung oder automatische Absperrsysteme können für Gebäude mit einer Vorgeschichte von Lecks oder einem hohen Schadensrisiko geeignet sein. Ihre Installation und Prüfung sollte durch eine geeignete Fachperson erfolgen.
Halten Sie bei einem schweren Leck Personen von überfluteten elektrischen Bereichen fern und wenden Sie sich an den zuständigen Notdienst oder einen qualifizierten Fachbetrieb. Betreten Sie kein Wasser, das elektrische Geräte enthält oder sich in deren Nähe befindet.
Lüftung und Raumluftqualität instand halten
Verstopfte Filter, verschmutzte Gitter und schlecht gewartete Lüftungsanlagen können die Luftqualität beeinträchtigen und den Energieverbrauch erhöhen. Planen Sie die regelmässige Inspektion und Reinigung der Lüftungsanlagen, insbesondere in Badezimmern, Küchen, Tiefgaragen und Gemeinschaftsbereichen.
Die Bewohner sollten darauf hingewiesen werden, Lüftungsgitter nicht zu blockieren und Heizkörper nicht abzudecken. Immobilienverwalter können einfache Hinweise zum effizienten Lüften, zum Melden von Kondenswasser und zur Mitteilung an die Verwaltung bei anhaltender Feuchtigkeit oder ungewöhnlichen Lüftergeräuschen geben.
Vorbeugende Wartung statt Notfallreparaturen
Ein vorbeugender Wartungsplan hilft, kleinere Mängel zu erkennen, bevor daraus kostspielige Ausfälle werden. Führen Sie klare Aufzeichnungen über Inspektionen, Wartungen, Reparaturen, Garantien und Austauschtermine von Anlagen.
Ein praktischer Zeitplan kann Folgendes umfassen:
- Monatliche oder vierteljährliche Sichtkontrollen von Technikräumen, Gemeinschaftsbereichen und zugänglichen Rohrleitungen.
- Saisonale Kontrollen vor der Heizperiode und nach Perioden mit extremem Wetter.
- Regelmässige Wartung von Heizung, Lüftung, Pumpen und elektrischen Anlagen durch qualifizierte Fachbetriebe.
- Prüfung von Alarmanlagen, Notbeleuchtung und Sicherheitseinrichtungen gemäss den geltenden Anforderungen.
- Umgehende Untersuchung von Meldungen der Bewohner zu Lecks, Heizungsausfällen, Brandgeruch, ausgelösten Stromkreisen oder ungewöhnlichen Geräuschen.
Klare Meldeverfahren sind wichtig. Die Bewohner sollten wissen, wen sie kontaktieren müssen, welche Probleme Notfälle darstellen und welche Informationen anzugeben sind, etwa Ort, Zeitpunkt und sichtbare Anzeichen eines Fehlers.
Verbesserungen nach Priorität planen
Nicht jede Energiesparmassnahme muss sofort umgesetzt werden. Priorisieren Sie Arbeiten, die die Sicherheit erhöhen, Sachschäden verhindern oder ineffiziente Anlagen betreffen, die sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähern. Dazu können der Ersatz ausgefallener Steuerungen, die Behebung von Dämmungsmängeln, die Modernisierung ineffizienter Beleuchtung in Gemeinschaftsbereichen oder eine bessere Überwachung der Wasser- und Heizungssysteme gehören.
Vergleichen Sie Offerten nicht nur anhand des Anschaffungspreises. Berücksichtigen Sie die Qualität der Installation, die erwartete Nutzungsdauer, den Wartungsaufwand, die Kompatibilität mit bestehenden Systemen sowie die Zulassung und Erfahrung des Auftragnehmers. Bei gemeinschaftlich genutzten Gebäuden sollten Eigentümer und Bewohner geplante Arbeiten möglichst frühzeitig informiert werden.
Mit qualifizierten Fachleuten arbeiten
Energiesparmassnahmen dürfen niemals den Brandschutz, die elektrische Sicherheit, die Lüftung oder die Hygiene beeinträchtigen. Immobilienverwalter sollten für Elektroarbeiten, Heizungsanlagen, Sanitärarbeiten, Lüftung, Inspektionen und Sicherheitseinrichtungen entsprechend qualifizierte und autorisierte Spezialisten einsetzen.
LDT Services unterstützt Immobilienverwalter bei praktischer Wartung, Fehlerbeurteilung und der Koordination von Gebäudetechnik. Eine professionelle Überprüfung kann helfen, Risiken zu erkennen, Prioritäten zu ordnen und wichtige Installationen zuverlässig in Betrieb zu halten.
Das Wichtigste in Kürze
Die wirksamste Energiestrategie verbindet einen sinnvollen Betrieb, regelmässige Inspektionen, schnelle Reparaturen und professionelle Wartung. Durch die Überwachung des Verbrauchs, den Schutz vor Lecks, die Instandhaltung technischer Systeme und die Information der Bewohner können Immobilienverwalter Kosten senken und gleichzeitig Sicherheit, Komfort und den langfristigen Zustand der Immobilie verbessern.


